Fassaden streichen - Verarbeitungshinweise

Was es beim Streichen von Fassadenflächen zu beachten gibt

UNTERGRUND: 

Geeignete Untergründe sind Mauerwerke, feste Putze, Beton, Faserzementplatten, tragfähige Altanstriche/Altfassadenputze und ähnliche Oberflächen.

Die Untergründe müssen fest, trocken, frei von Verschmutzungen, Ausblühungen, Verfärbungen, Pilzbefall, Sinterschichten, Mehlkornschichten und trennenden Substanzen sein. Vorhandene Altbeschichtungen müssen auf Eignung, Haft- und Tragfähigkeit geprüft werden. Nicht haftende Schichten entfernen. Es wird empfohlen, vor Beginn der Arbeiten Musterflächen anzulegen und somit die Haftung und das Oberflächenbild zu prüfen.

Kreidende Bestandteile müssen vorher entfernt werden

Tipp 1: Kreidende Flächen erkennen Sie durch ein Wischprobe, wischen Sie dazu mit der Hand oder einem andersfarbigen Tuch kräftig über die vorhandene Fläche, ist dann auf der Hand oder dem Tuch ein Abrieb von der Untergrundfläche erkennbar, so ist die Fläche kreidend.

Tipp 2:Befeuchten Sie eine kleine Fläche am Untergrund mit sauberem Wasser, lassen Sie das Wasser etwas einwirken. Geben sie nach ca. 60 Sekunden nochmal sauberes Wasser auf die gleiche Stelle und reiben Sie mit einem Finger in kleinen Kreisen auf der nasse Fläche, erzeugen Sie damit einen Abrieb vom Untergrund so ist der Untergrund kreidend.

Kreidende Bestandteile sind zu entfernen. Am Besten eignet sich hierfür eine Hochdruckwasserwäsche. Bitte beachten Sie dabei die Hinweise des entsprechenden Gerätes. Nach der Reinigung bitte überprüfen, ob die kreidenden Bestandteile entfernt wurden

ACHTUNG: Bei Wärmedämm-Verbundsystemen darf durch diese Reinigung kein Schaden entstehen.

Nach der Hochdruckwäsche muss die Fassadenfläche unbedingt vollständig abtrocknen, bevor weitergearbeitet werden kann.

Der Untergrund muss frei von sandenden Bestandteilen sein

Tipp: Sandende Schichten erkennen Sie beim Überwischen der Fläche mit einer Handfläche. Rieseln dabei Körner aus dem Untergrundputz zum Boden, so sind diese vor den Anstricharbeiten durch Abfegen bzw. durch eine Hochruckwasserwäsche zu entfernen. Bitte beachten Sie dabei die Hinweise des entsprechenden Gerätes.

Stark bzw. unterschiedlich saugfähige Flächen müssen vor Anstrich mit einem Tiefgrund egalisiert werden.


Tipp: Die Saugfähigkeit des Untergrundes kann durch Aufstreichen von Wasser getestet werden. Zieht das Wasser schnell ein und verfärbt sich der Untergrund dunkel ist der Untergrund saugfähig.

Untergründe aus neuen mineralischen Mörteln/Putzen/Armierungsschichten

Diese mineralischen Schichten müssen ausgehärtet und abgebunden sein.
Tipp: Bei Temperaturen oberhalb +15°C ist pro Millimeter der vorhandenen mineralischen Schicht 1 Tag Erhärtungszeit einzuplanen.
Beispiel: Der Untergrund besteht aus einer 5 mm mineralischen Armierungsschicht und einem 3 mm mineralischen Oberputz. In diesem Fall sollten mindestens 8 Tage Erhärtungszeit eingeplant werden.

Bei Temperaturen zwischen +5°C und +15°C sind pro Milimeter der vorhandenen mineralischen Schicht 2 Tage Erhärtungszeit einplanen. 
Beispiel: Der Untergrund besteht aus einer 5 mm mineralischen Armierungsschicht und einem 3 mm mineralischen Oberputz, dann mindestens 16 Tage Erhärtungszeit einplanen.

VERARBEITUNG:

Den Voranstrich je nach vorliegendem Untergrund 5% bis max.10% mit Wasser verdünnt ausführen. Den Deckanstrich mit max. 5% Wasser verdünnt ausführen.

Achtung: Silikat bzw. Mineralfarben werden mit einem speziellen Verdünnungsmittel verdünnt (z.B. Silikat Grundierung).

Das Material gleichmäßig auftragen und verteilen.
Tipp: Auf einer zusammenhängenden Fläche immer nass in nass arbeiten. Das bedeutet, dass die zu beschichtende Fläche zur Seite bzw. nach unten fortlaufend ohne Pause bearbeitet werden muss. Das bereits aufgetragene Material darf noch nicht getrocknet sein, wenn sie mit dem neuen Material den Anschluss herstellen. Auf großen Flächen ist es ratsam mit mehreren Personen verteilt auf die verschiedenen Gerüstlagen den Materialauftrag auszuführen.

Nicht bei Temperaturen unter +5°C anwenden bzw. trocknen lassen. Hohe Umgebungstemperaturen verkürzen die Verarbeitungszeit.

Tipp:In der kühlen Jahreszeit die Wetterbedingungen auch während der nachfolgenden Tage beachten. In der Sommerzeit während der kühleren Morgen- bzw. Vormittagsstunden arbeiten.

Die zu beschichteten Flächen während der Ausführungs- und Trocknungszeit vor Feuchtigkeit schützen, bzw. die Beschichtungsarbeiten während einer regenfreien Wetterperiode ausführen. Auch nach dem Farbauftrag sollte es ca. 2-3 Tage nicht regnen. Tipp: Fragen Sie ihren Gerüstbauer nach einen Gerüstabplanung. Dies bedeutet zwar zusätzliche Kosten, kann aber einen plötzlichen Regenschauer von ihrer frisch gestrichenen Fläche abhalten.

TROCKENZEIT:

Bei + 23° C und 50 % rel. Luftfeuchtigkeit nach ca. 6-8 Stunden oberflächentrocken und überstreichbar. Bitte das jeweilige Technische Merkblatt zum Produkt beachten.

ENTSORGUNG:

Nur restentleerte Gebinde zum Recycling geben. Flüssige Materialreste bei einer autorisierten Sammelstelle für Altfarben/Altlacke abgeben. Eingetrocknete Materialreste können als ausgehärtete Farben oder als Hausmüll entsorgt werden. AVV-Abfallschlüssel-Nr. 08 01 12.

Hinweis: Hochdruckwasserwäsche: Reinigung des Untergrundes mittels Hochruckreiniger und Wasser. Bitte beachten Sie die örtlichen Vorschriften. Das Reinigungswasser darf nicht in die Umwelt (Böden) gelangen.

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